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Reisetagebuch 'Marokko 2017'

Abschnitt 2 - 'Marokko'

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Vom 16.11.2017 bis 17.11.2017 (49. bis 50. Reisetag):

Tacho:                Anfahrt:  nordöstl. V. Tetouan am Mittelmeer

Ort:  Martil                                              Stellplatz: Camp Alboustane

Die Fährfahrt verläuft recht reibungslos. Sogar Polizei- und Zollkontrolle in Marokko ist diesmal sehr moderad. Wir

fahren entlang der marokkanischen Mittelmeerküste in Richtung Tetuan bis zum Ferienort Martil. Von 2002 kennen wir

noch einen Campingplatz - hoffen, daß er noch existiert - und steuern darauf los. Jetzt eingeschlossen von hohen

Feriendomizilen finden wir unser Camp und quartieren uns für 2 Tage ein.

Uwe möchte noch die neue Wasserpumpe einsatzfähig machen und will auch noch 2 Räder wechseln. Zu seinem Verdruß

lassen sich 2 Radmuttern auch mit allergrößten Anstrengungen und unter Benutzung von Hilfsmitteln nicht lösen. Ein

Besuch bei einem Pneu-Service muß in Betracht gezogen werden.

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Am 18.11.2017 (51. Reisetag):

Tacho:                Anfahrt:  N 8 wenige Kilometer vor Fest

Ort:  N8 vor Fes                                        Stellplatz: P bei Tankstelle

Position: N  32Grad  45Min.  9Sek.  /  W  4Grad  55Min.  9Sek.  oder:  32,7525   /  -4,9192 Dezimalgrad

An der großen Umgehungsstraße von Tetoutan suchen wir eine Werkstatt zum Räderwechseln. Nach mehreren

Versuchen klappt es endlich. Mithilfe eines  Schlagschraubers ist das Problem recht schnell gelöst. Reifen und Rad wird

 gewechselt und Alles ist bald an seinem Platz - 70 Diram für das Ganze - ein wirklich moderader Preis, da ist auch ein

Bakschisch für den freundlichen Monteur noch angebracht. Endlich können wir unsere Route gen Süden wieder

aufnehmen.  Der Weg ist das Ziel - so unsere heutige Devise. Wir fahren durch das schöne Rifgebirge. Über

Chefchaouen und Ketama nach Fes. Immer wieder beeindrucken mich die Rifbäuerinnen mit ihren schön, in den Farben

blau, rot, grün und gelb, geschmückten, an Lampenschirme erinnernden Strohhüten. So richtig haben wir uns noch nicht

an die neue Zeit gewöhnt, schnell bricht die Dämmerung herein und immer noch ist kein Stellplatz in Sicht. Zum Glück

befahren wir nun schon bei Dunkelheit eine sehr gute Straße und bald erkennen wir entfernt die Lichter von Fes. Auf

einer Tankstelle finden wir endlich ein Plätzchen für unsere müden Häupter.


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Am 19.11.2017 (52. Reisetag):

Tacho:                Anfahrt:  N13 20 Km vor Midelt

Ort:  Midelt                                              Stellplatz: Camp/Hotel Ksar Timay

Position: N  32Grad  45Min.  9Sek.  /  W  4Grad  55Min.  9Sek.  oder:  32,7525   /  -4,9192 Dezimalgrad

Noch schnell getankt und schon rollen wir auf Fes zu. An der Umgehungsstraße finden wir sogar einen marokkanischen

Supermarkt "Marjane" und besorgen uns schnell noch etwas Honig für unser Frühstück. Die Hoffnung, daß bei Maroc

Telecom heute zum Sonntag geöffnet ist, schlägt fehl. Noch wissen wir nicht, wo wir heute abend landen werden, aber

auch heute ist wieder der Weg unser Ziel. Von Fes geht es in Richtung Ifrane über Azrou nach Midelt weiter. Und

immer durchfahren wir eine beeindruckende Berglandschaft - zunächst der Niedere Atlas. Ifrane, ein bekanntes

Skigebiet von Marokko, mit weitläufigem Refugium des Königs. Der Ort selbst ähnelt fast einem Schweizer Kurort. Wir

bleiben jedoch diesmal nicht hier, sondern fahren weiter nach Süden. Hinter Azrou machen wir eine Stipvisite im

"Forst de Cedres", eine Kaffeepause untere mächtigen Zedern wird für heute genügen. Wir kommen auf unserer

Weiterreise noch auf eine Höhe von fast 2000 Metern und immer mit Blick auf eine schöne Berglandschaft. Bauern

beackern ihre Felder noch mit Pferd und Handpflug - fast nicht zu glauben. Kurz vor Midelt finden wir ein Camp mit

Restaurant und Hotelanlage. Schöne, saubere und heiße Duschen runden die Sache ab.

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Am 20.11.2017 (53. Reisetag):

Tacho:                Anfahrt:  N 13 ca. 40 km vor Er Rachidia

Ort:  Georges du Ziz                                  Stellplatz: Camp/Hot.Kasb. Jurassique

Position: N  32Grad  9Min.  14Sek.  /  W  4Grad  22Min.  34Sek.  oder:  32,1539   /  -4,3761 Dezimalgrad

Obwohl wir schon mehrmals dieses Gebirge überquert haben, ist es dennoch wieder ein Erlebnis. Die Berge in den

Farben gelb, über ocker, braun und rot mit den kleinen Dörfchen, deren Häuser (einfache Quader) in den gleichen

Farben sich kaum von der Umgebung abheben, vermitteln uns das Gefühl, das eigentliche Marokko zu erleben. Man

führt hier ein sehr einfachen Leben. Hier und da hat sich eine Fernsehschüssel auf einem der Dächer verirrt, denn

nicht überall erreichen die Stromleitungen die Anwesen. Die Ziegen und Schafe der vielen Herden erscheinen uns als

leuchtende Pünktchen in der Steinwüste der Hochebenen. Wir können uns kaum vorstellen, wo und was die Tiere hier an

Fressbarem finden. Kaum ein grünes Hälmchen ist zu sehen. Weit sind wir heute nicht gekommen. Nachdem wir den

Tunnel du Légionnaire am Zugang zur Gorges du ZIZ durchfahren haben, geht Uwe auf die Bremse, wir schwenken ab

und landen auf einem sehr schönen Camp/Hotelanlage. Hier ist erst einmal die Etappe beendet.


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Am 21.11.2017 (54. Reisetag):

Tacho:                Anfahrt:

Ort:  Meski                                              Stellplatz: Camp "Source bleue"

Position: N  31Grad  51Min.  24Sek.  /  W  4Grad  16Min.  59Sek.  oder:  31,8567   /  -4,2831 Dezimalgrad

Immer noch über tausend Meter und mehr über dem Mehresspiegel, immer noch im Hohen Atlas - weiter geht die Reise

 im Tal des ZIZ. Es muß ein mächtiger Fluß sein, das sehen wir am ausladenden Flußbett. Sind die meisten Flüsse, welche

wir bisher überquert haben, bis zum letzten Tropfen ausgezutscht, hier sieht man doch ein kleines Rinnsal fließen.

Frauen nutzen diese Gelegenheit für das Waschen ihrer Wäsche. Ansonsten ist das Tal gesäumt von mächtigen Palmen

und baumhohen Sträuchern. Viele Dörfchen schmiegen sich an den Rand des Tales. Kurz vor Er Rachidia mündet der

Fluß in einen See. Bald durchfahren wir den Außenbezirk von Er Rachidia. Eine breite Allee mit Palmen gesäumt führt

zum Zentrum. Nach dieser Großstadt erreichen wir schon bald das uns von vielen Besuchen schon bekannte Camp

"Source bleu de Meski" im kleinen Örtchen Meski. Wir werden herzlich willkommen geheißen - sind wir doch fast die

einzigen Gäste - wenigstens im Moment. Das kann sich ja noch ändern, da der Tag so ziemlich erst am Anfang ist. Wie

immer, werden wir gleich zum Tee eingeladen - natürlich mit dem Hintergedanken eines kleinen Teppich- oder sonstigen

 Handels.  Doch wir bleiben standhaft, steht und liegt doch schon Einiges von Marokke bei uns zu Hause. Ansonsten

unternehmen wir einen kleinen Spaziergang in der Umgebung.


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Vom 22.11.2017 bis 29.11.2017 (55. bis 62. Reisetag): Bild MA17-17-11-26

Tacho:   238.037  Anfahrt:  N13 über Risani nach Merzouga, die Stadt durchfahren, durch Tor über einen Damm u. r. ca. 100 m

Ort:  Merzouga                                         Stellplatz: Camp Les Pyramides

Position: N  31Grad  5Min.  13Sek.  /  W  4Grad  0Min.  24Sek.  oder:  31,0869   /  -4,0067 Dezimalgrad

Weiter geht es immer im Tal des Ziz entlang. Von oben schauen wir auf eine nicht endende Oase mit mächtigen Palmen.

Dazwischen liegen kleine Feldchen - viele jedoch schon aufgegeben. Dazwischen liegen kleine Ansiedlungen mit flachen

und auch schon zweistöckigen Häusern. Kurz vor Erfoud kommen wir heraus aus dem Tal und rollen über eine flache

Ebene, vergleichbar mit der Steinwüste von Patagonien. Wir sehen Frauen, tief verschleiert, eingehüllt in ihren

schwarzen Tüchern, oft an den Rändern mit Glimmer und Borden besetzt. Die meisten Männer sitzen vor den Cafes und

verträumen den Tag oder spielen mit ihren Handys. Diese Technik ist in die entferntesten Winkel vorgedrungen. Schon

begegnen wir den ersten Kamelen. In Erfoud wird Uwe endlich einen seiner Herzdrücker los - er erwirbt einen

Internetstick mit dazugehöriger Karte. Gelassen lassen wir uns nun bis nach Merzouga zu den Dünen des Erg Chebbi

treiben. Wir finden unseren schon bekannten Campingplatz und werden mit "Welcome" begrüßt. Zunächst sind wir die

einzigen Gäste (Bild), aber der Tag ist ja noch lang. Uwe hat guten Internetzugang vom Haus - kann nach Herzenslust

seine Dinge erledigen. Am Abend genießen wir den ersten Sonnenuntergang in der Wüste.

23.11.2017 - Den Vormittag nutzen wir für einen Bummel durch die nahegelegene Ortschaft und machen ein paar kleine

Einkäufe. Am Nachmittag stolpern wir ein bißchen durch die Dünenlandschaft und kehren mit Schuhen voll gepackt mit

Wüstensand zurück. Den Rest des Tages nutzt Uwe noch zur Vorbereitung seiner Verschönerungskur für unser Mobil.

24.11.2017 - Die erste Besteigung der 300 m hohen Düne liegt nun fast 15 Jahre zurück - wir wollen es heute noch

einmal an Angriff nehmen. Um der prallen Mittagshitze zu entgehen, machen wir uns gleich nach dem Frühstück auf den

Weg. Immer einen Fuß vor anderen stapfen wir durch den Sand. Wir wählen für die Aufstieg einen ziemlich steilen,

dafür aber kurzen Grad. Einen Meter vorwärts und einen halben wieder zurück - so nähern wir uns ganz langsam dem

Gipfel. Viele Pausen dazwischen müssen sein. Über uns die Sonne - direkt dieser entgegen steigen wir nach oben. Das

überwältigende Panorama über das gesamte Erg Chebbi bis hin zu den Bergen von Algerien lohnen schon die Mühen. Der

 Abstieg ist mühelos - mehr oder weniger rutschen wir hinab zum Fuß der Düne.

Am Nachmittag wird ernst gemacht mit den ersten Verschönerungen am Mobil.

25.11.2017 - Heute werden die begonnen Arbeiten am Auto vollendet. Es trübt sich etwas ein. Hoffentlich gibt es keinen

Regen, denn wenn es hier regnet - wird dieser heftig sein.

26.11.2017 - Im schönsten Blau strahlt der Himmel. Heute genießen wir die Ruhe im Camp - mal nur da sein und faulenzen

- in unserem Alter muss das schon mal sein.

Gegen Abend erscheinen neue Gäste. Ein Elternpaar aus Augsburg mit zwei kleinen Kindern. Felix, der ältere fühlt sich

schnell wohl hier auf dem Platz, stehen doch unsere Mobile wie in einem großen Sandkasten.

27.11.2017 - Endlich können wir unsere Wanderschuhe abstreifen. Auf dem letzten Stück unserer heutigen Tour -

welche uns weit um die Dünen herumführte, wurden die Schuhe immer enger und enger - der Sand findet überall einen

Weg. Aber schön war unser Trip. Auf der anderen Seite der Dünen kamen wir an den vielen Camps vorbei, welche die

Kameltreiber mit ihren Gästen ansteuern und die Nächte verbringen. Von dort kraxelten wir wieder hinauf zu den

Gipfeln, haben die schöne Aussicht genossen und ab ging es dann in Richtung "Les Pyramides". Als einzige Störenfriede

empfanden wir die 4x4-Autos, welche durch die Dünen rauschen und selbst die hohen Grade überfahren - sie zerstören

 die schöne Stimmung und die Landschaft.

Der Nachmittag wird vertrödelt.

28.11.2017 - Ein Tag für Küche, Wohnung und sonstige Wirtschaft. Ein bißchen muß Uwe am Mobil Hand anlegen.

29.11.2017 - Es kündigt sich ein Wetterumschwung an - die geplante Wanderung ist erst mal passé. So nutzen wir unsere

Zeit zu Vorbereitungen für unsere nächste große Reise.


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Vom 30.11.2017 bis 01.12.2017 (63. bis 64. Reisetag): Bild MA17-17-12-01

Tacho:   238.397  Anfahrt:  Camping palmeraie d'amezrou

Ort:  Zagora                                             Stellplatz: Camp palmerie d´amezrou

Position: N  30Grad  18Min.  51Sek.  /  W  5Grad  49Min.  50Sek.  oder:  30,3142   /  -5,8306 Dezimalgrad

Wir verlassen den schönen Platz vor den Dünen vom Erg Chebbi und rollen bald in Richtung Westen mit dem Ziel Zagora.

 

Stein- Sandwüste und Steppe - von jedem ein bißchen durchpflügen wir. Eine trockene und staubige Gegend - Alles

schreit nach Wasser. Selbst die in den hier trockenen Oasen stehenden Palmen lassen ihre Wedel traurig hängen.

Erst nach mehr als 200 km ändert sich das Landschaftsbild. Vielleicht mehr als tausend Palmen im Tal des Draa zeigen

sich als dunkelgrünes Band vor dem gelb bis braunen Gebirgskamm. Wir überqueren den hier noch reichlich Wasser

führenden Draa und gelangen auf die N 9, eine gut ausgebaute Hauptverkehrsader nach Süden. Das Tal der Kasbahs - so

 nennt man diese Strecke. Viele dieser mächtigen Gebäude aus Lehm gebaut dienen heute als Restaurant oder Hotel. Die

mehr einfacheren, in einander geschachtelten Lehmbauden sind das zu Hause der einfachen Bevölkerung. Einfache

Dreckwege führen zu ihren Hauseingängen. Beglaste Fenster sind nur selten zu sehen. Man erkennt erst an den

Satelitenschüsseln, daß hier Leben herrscht. Viele Kinder sind unterwegs - kommen wohl aus den Schulen. Schulen

erkennt man überall im Land an der reichlich bunten Bemalung der Außenmauern. Die Frauen tragen die traditionellen

schwarzen Umhänge, die sie von Kopf bis Fuß einhüllt. An den Rändern jedoch sind sie schön mit glitzernden und bunten

Bändern geschmückt.

Wir erreichen Zagora - eine Stadt am Rande der Sahara, besorgen noch etwas für den Magen und etwas für unseren

Dieseltank und finden ein sehr schönes Camp, gelegen an der Straße nach Mhamid. Hier stehen wir mit unserem Mobil in

 der Oase des Draa eingebettet mit schön blühenden Sträuchern und vielen Palmen (Bild). Der Draa führt hier leider

nicht mehr sehr viel Wasser, da das meiste zur Bewässerung von Feldchen und Beeten zwischen den Palmen vorher

abgeleitet wurde.

Wir verbringen hier 2 Tage, denn die Menschen sind nett, der Platz ist sauber und auch die Duschen sind akzeptabel

und heiß.

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Am 02.12.2017 (65. Reisetag): Bild MA17-17-12-03

Tacho:   238.829  Anfahrt:

Ort:  Foum Zguid                                       Stellplatz: Camp Bab Palmier

Unser Trip weiter nach Süden bis zu den Dünen bei Mhamid wird leider zum Flop. Nur die Weite der Wüstenlandschaft

auf der Fahrt können wir genießen. Aufdringliche Guides lassen uns bald die Flucht ergreifen. Ein schönes Camp ist auch

 nicht in Sicht. Selbst das vor vielen Jahren von einem Holländer geführte gibt es nicht mehr. Zurück nach Zagora -

fast 100 km - und weiter zum nächsten Ziel. Noch einmal durchfahren wir das Tal der Kasbahs. Heut ist Wochenende -

selbst für Frauen wohl ein Feiertag - sie schlendern mit ihrem Sonntagsstaat in Gruppen - weiß klitzernd oder schön

bunt die Röcke - auf den Straßen. Oder man feiert noch den Geburtstag ihres großen Propheten. Die weitere Route

führt uns weiter durch das Gebirge.

Viele Kilometer haben wir schon hinter uns, doch erst kurz vor den Toren von Foum Zguid finden wir ein Camp. Ein Camp

 mit Hotel - etwas der gehobeneren Klasse. Leider kein besonderer Service für Unsereinen (es ist das bisher teuerste

und mieseste Camping in Marokko). Aber wir werden wohl nur die eine Nacht hier verbringen. Wir stehen in einem von

Lehmmauern umgebenen Carree mit Blick auf Palmen und Berge. Doch schon bald ist es stockdunkel. Die Nacht ist

trotzdem angenehm und ruhig - wir sind ja auch die einzigen Campinggäste.

Bild: Auf unserer Weiterfahrt auf der malerischen RN1804


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Vom 03.12.2017 bis 11.12.2017 (66. bis 74. Reisetag): Bild MA17-17-12-06

Tacho:   239.192  Anfahrt:  N12  bis Tata, RN 1805 bis Igherm, R 106 bis Tafraoute

Ort:  Tafraoute                                         Stellplatz: SP unter Palmen

Position: N  29Grad  43Min.  19Sek.  /  W  8Grad  59Min.  6Sek.  oder:  29,7219   /  -8,9850 Dezimalgrad

In Foum Zguid erreichen wir die N12, welche wir bis zur Wüstenstadt Tata unter die Räder nehmen. Hier wird getankt

und weiter geht es auf einer Nebenstrecke, der RN 1805 durch das Tal des gleichnamigen Flusses Tata bis Igherm. Es

wird für uns zur Fahrt der Superlative - die schönste Strecke, welche wir bisher hinter uns gebracht haben. Der Fluß

hat ein tiefes Tal durch das Gebirge gegraben. Im Tal stehen Palmen über Palmen im Kontrast zu den gelb bis roten

Felshängen des Gebirges. Noch nie haben wir derartig toll geformte, in allen Richtungen gefaltete Hänge gesehen. Es ist

 einfach einzigartig. Und zum ersten Mal führt unsere Strecke uns direkt mitten durch eine Oase. Gerade noch so

können wir uns durch die schmale Straße schlängeln. Umhüllt und umgeben von übbigem Grün geht es durch kleine

Oasendörfchen. Wir erleben heute zum Sonntag ein gemütliches Landleben. Kurz vor Igherm klettert die Straße immer

weiter nach oben. Wir blicken tief hinab ins Tal und kommen uns vor wie am Grand Canon. Ab Igherm ändert sich das

Landschaftsbild - nicht mehr ganz so spektakulär - aber weiter geht es bergauf, bergab. Für Uwe eine

Herausforderung. An den Hängen tausende von Mandelbäumchen - fast bis zu den Bergen, welche das Ammelntal

umgeben. Die Zeit der Mandelblüte ist hier sicher ein besonderes Erlebnis - wir sind leider ein bißchen zu früh. Viele

Nomadencamps entdecken wir am Weg. Uwe ist froh, als endlich die Tore von Tafraout in Sicht sind und wir uns unser

Plätzchen unter den Palmen suchen können (Bild).

Alles ist noch so wie vor zwei Jahren hier darf man noch frei stehen. Einige Camper haben schon ihr Refugium besetzt.

Die Sonne hat sich schon verkrochen, auch wir verkriechen uns bald in unsere Behausung.

04.12.2017 - Heute wird nur gefaulenzt - ein kleiner Spaziergang, sonst nur ein bißchen Hausarbeit.

05.12.2017 - Wir marschieren in die Ortschaft, denn es fehlt uns an Gemüse. Am Markt am Rande der Stadt werden wir

fündig. Nun noch Trinkwasser, Brot und ein paar Ansichtskarten für unsere Lieben zu Hause.  Am Nachmittag ist

Kochzeit.

06.12.2017 - Ruhetag unter Palmen, blauem Himmel und Sonnenschein. Die Ziegen der unweit campenden Nomaden

besuchen uns täglich - sie freuen sich auf unsere Grünabfälle. Ansonsten kommen wir uns hier vor wie im Vorzimmer des

 Paradieses..

07.12.2017 - Heute wandern wir zum schönsten Plätzchen dieser Gegend. Wir nennen es "Unser Tal" - das deshalb, weil

wir meistens hier allein unterwegs sind - so als hätte diese kleine Perle noch kein anderer entdeckt. Der Weg führt uns

zunächst durch das Dörfchen Tatzka direkt zum Eingang ins Tal. Oberhalb eines trockenen Bachtales führt ein

ehemaliger Mulipfad bachaufwärts - bis es sich das Tal  öffnet und sich in eine wunderschöne kleine Oase entfaltet.

Reste ehemaliger Bewirtschaftung sind noch deutlich zu erkennen, wie aufgelassene Brunnen mit Resten von

Wasserkanälen zu ehemaligen Feldchen, Mauerabgrenzungen zwischen den Feldern und anderes. Doch das Spektakuläre

dieses Platzes ist die Umgebung. Man glaubt, sich auf einem großen Spielplatz für Riesen zu befinden, welche mit großen

 und kleinen Felsbrocken wie mit Steinen eines Bausteinkastens gespielt haben und die merkwürdigsten Figuren haben

stehen gelassen - wohl fast einmalig so etwas. Wir verbringen einige Zeit hier und gehen bis zum Ende des Tales, bevor

 wir den Rückweg antreten. Und siehe da - wir treffen heute doch auf einen weiteren Wanderer - ein Engländer -"

beautiful" - so meint er und wir können nur zustimmen.

08.-10.2017 - Drei ruhige Tage am Platz - die Ruhe nur unterbrochen von den Rufen des Muezzin der Moschee von

Tafraoute (3 x am Tag). Ab und zu finden auch Einheimische den Weg zu uns. Einer bietet uns den besten Haarschnitt

der Saison an, dann kommen Frauen und möchten gerne unsere Wäsche waschen oder es sind die netten Automechaniker

 der Stadt, welche sich einen kleinen Auftrag erhoffen. Im Moment haben wir jedoch Alles was wir brauchen und keinen

 Bedarf für derartige Angebote.

11.12.2017 - Der Himmel ist bedeckt, sind wir gar nicht mehr gewohnt. Aber für eine Wanderung eigentlich willkommen.

Wir packen Rucksack, schnüren unsere Wanderstiefel und los geht es schon frühzeitig. Es ist noch verdammt kühl.

Lange Hosen und Jacke sind für mich wichtig - Uwe dagegen trotzt der Kälte (kurze Hose und T-shirt müssen reichen) 

und freut sich deshalb auf den ersten Anstieg, um warm zu werden. Unser Ziel heute sind die "paintet Rocks" - zunächst

 geht es nach oben durch einen Pass und wir kommen in ein weites Hochtal. Bald schon sehen wir in der Ferne die ersten

 blauen Felsen. Vor vielen Jahren hat sich hier ein Künstler verewigt, indem er einige der Felsen rosa und blau bepinselt

hat. Unserer Meinung nach sind die bizarr geformten Felsen aus rotbraunem Stein durch die Anwendung einiger Fässer

Farbe keinesfalls schöner geworden. Mit Kunst hat diese Umweltverschandelung nur wenig zu tun. Aber als eine

Attraktion von Tafraoute macht es doch einige Touristen neugierig. Für uns waren sie jedoch nur der Wendepunkt


unserer heutigen Wanderung. Über große Umwege kommen wir nach fast 5 Stunden wieder zurück und sind darüber

doch ganz froh, da es langsam anfängt zu tröpfeln, Ja und Uwe freut sich auf eine heiße Brühe.

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Vom 12.12.2017 bis 13.12.2017 (75. bis 76. Reisetag):

Tacho:                Anfahrt:

Ort:  Tafraoute                                         Stellplatz: C. Les Trois Palmiers

Position: N  29Grad  43Min.  18Sek.  /  W  3Grad  59Min.  35Sek.  oder:  29,7217   /  -3,9931 Dezimalgrad

Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg zum nahe gelegenen Campingplatz. Wir brauchen dringend einen ordentlichen

WLAN-Anschluß und eine Gelegenheit zur Ent- und Versorgung unseres Mobils. Der Wäschesack hat sich auch ganz

schön gefüllt, hier kann wir all unsere Obliegenheiten erledigen. Zwei Tage am Platz reichen dazu aus.

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Am 14.12.2017 (77. Reisetag):

Tacho:                Anfahrt:

Ort:  Tafraoute                                         Stellplatz: SP unter Palmen

Der Platz ohne Mauer gefällt uns doch besser - also geht es nach getaner Arbeit zurück zum Stellplatz unter Palmen.

Hier können wir schön unsere Seelen baumeln lassen. Erst am späten Nachmittag machen wir uns doch noch einmal auf,

um einen sehr ausgedehnten Spaziergang zu machen.

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