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Reisetagebuch 'Panamericana 2005 - 2007'

Abschnitt 17 - 'PanAm 9 - Costa Rica /Panama'

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Vom 02.08.2006 bis 04.08.2006 (297. bis 299. Reisetag): Bild PA-06-08-02

Tacho:

Ort: Manzanilla Stellplatz: Strand südl. Ortsrand

Anfahrt: Küstenstraße Nr. 36 von Puerto Limon Ri. Süden

Etwas Ruhe haben wir uns verdient - dazu bietet sich unser jetziger Stellplatz (Bild) geradezu an. Durch ein vorgelagertes Korallenriff unweit des Strandes brechen sich die Wellen bereits weit draußen, so daß die Brandung in der Bucht nicht mehr so heftig ist und das Baden bei ca. 27 Grad Wassertemperatur angenehm. Wir machen viel Gebrauch davon, unternehmen lange Strandspaziergänge und faulenzen im Schatten unter den Palmen.

03.08.2006 - Ein weiteres Wohnmobil findet sich ein - eine junge Familie aus Kanada - Celina, Lorenzo und Alex - wir freunden uns an und versuchen uns mit ein paar englischen Brocken und Händen und Füßen zu unterhalten. Sie geben uns einige Tipps für unsere weitere Durchführt durch Mittelamerika, worüber wir sehr dankbar sind, da wir nur wenig Informationen und Kartenmaterial von hier haben.

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Vom 05.08.2006 bis 08.08.2006 (300. bis 303. Reisetag): Bild PA-06-08-05

Tacho:

Ort: Manzanilla Stellplatz: Strand südl. Ortsrand

Anfahrt: Küstenstr. Nr. 36

Unsere Entsorgungstanks sind randvoll - müssen dringend geleert werden. Außerdem benötigen wir eine Wasserbetankung. Das bedeutet, wir müssen ausschwärmen. Bis zur nächsten Tankstelle, von der wir auch Wasser erhoffen, sind es etwa 40 km - die Fahrt auf der von Schlaglöchern übersäten Straße ist nicht sehr angenehm - es muß jedoch sein. Wir holen Benzin für unseren Generator und Diesel fürs Mobil und bekommen unser Wasser. Dann wollen wir noch im Urwald entsorgen, was uns bald zum Verhängnis wird, denn wir bleiben erst einmal im vom Regen durchweichten Boden abseits der Hauptstraße stecken. Mit viel Mühe gelingt es Uwe jedoch, uns wieder zu befreien - aber entsorgt haben wir nun. Jetzt kann es zurückgehen. Brot und Bier wird unterwegs noch eingekauft. Zurück zum Strand, treffen wir wieder Lorenzo und Co. - wir machen gemeinsame Tee-Time vor unserem Mobil. Lorenzo als eifriger Taucher bringt einen großen Fisch aus dem Meer, mit der Harpune erlegt - wir beschließen einen gemeinsamen Grillabend zu veranstalten. Es wird ein langer und lustiger Abend Bild).

06.08.2006 - Es folgt eine verregnete Nacht und ein trüber Tag. Uwe wollte mit Lorenzo schnorcheln - aber daraus wird nun nichts. Trotz des Wetters ist viel los am Strand - Sonntagsvergnügen der Einheimischen. Dicke Negermamis versorgen ihre Familie mit Leckereien und die Kinder tummeln sich mit den Vätern im Wasser. Wir rappeln uns nur noch zu einem Strandspaziergang auf. Mit Baden und Spazieren verbringen wir auch die weiteren Tage.

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Vom 09.08.2006 bis 14.08.2006 (304. bis 309. Reisetag): Bild PA-06-08-10

Tacho:

Ort: Manzanilla Stellplatz: Strand südl. Ortsrand

Anfahrt: Küstenstraße Nr. 36

Ein Großeinkauf im Supermarkt steht an, denn wir wollen den paradiesischen Platz hier an der Karibik noch nicht verlassen. Also - zurück nach Puerto Limon - dort gibt es alles was wir brauchen. Lebensmittel im Supermarkt, Gas und Wasser an der Tankstelle. Erst am Abend sind wir wieder an unserem Platz. 10.08.2006 - 13.08.2006 - Inzwischen haben wir uns einigermaßen an die schwülwarme Witterung gewöhnt. Da hier zur Zeit die Regenzeit ist, gibt es auch fast täglich ein kleines Gewitter. Bei einem unserer Strandspaziergänge (Bild) entdecken wir in den Bäumen direkt am Strand eine Affenfamilie - sonst gibt es nicht viel Neues - abends wird wieder einmal gegrillt - haben uns in Limon ordentlich mit Fleisch eingedeckt. Celina, Lorenzo und Axel verabschieden sich von uns mit dem Versprechen unsererseits, uns im nächsten Jahr, wenn wir uns Quebec (Kanada) nähern, bei ihnen zu melden. Da wir uns hier wie auf einem Campingplatz fühlen, werden wir faul und leichtsinnig, lassen über Nacht Einiges vor dem Mobil stehen und werden so für unseren Leichtsinn bestraft. Glücklicherweise fehlen nur meine Badesandaletten und der stehengebliebene Hocker. Unseren Grill hat man stehen gelassen - da können wir nur froh sein. Was sagt uns das - am Abend alles rein ins Auto. Es ist jedoch das erste Mal auf unserer bisherigen 10-monatigen Tour, daß man uns bestohlen hat. Anderen erging es schlechter. Aber wie gesagt, Gelegenheit macht Diebe.

14.08.2006 - Uwe überprüft heute nochmals unsere Vorderbremsen, um zu wissen, ob evtl. in San Jose ein Scheibenwechsel erforderlich ist. Er entschließt sich endlich, noch zu warten und will nur die Belege erneuern, aber das erst wenn wir in den Bergen sind bei angenehmeren Temperaturen.

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Vom 15.08.2006 bis 17.08.2006 (310. bis 312. Reisetag): Bild PA-06-08-17

Tacho: 169.797 (Gesamtstrecke 35417 km bzw 597 km seit Manzanilla)

Ort: San Jose Stellplatz: Wohnviertel

Anfahrt: von Manzanilla Küstenstr. 32 nach Puerto Limon und weiter Nr. 32

Das Wetter bleibt trübe, so brechen wir unsere Zelte ab und wieder geht es auf Achse. Unsere Fahrt führt uns über Puerto Limon, weiter in Richtung der Hauptstadt von Costa Rica San Jose. Rechts und links der Straße das üppige Grün des Urwaldes, bald geht es auch wieder in die Berge - das Klima wird für uns angenehmer. Am Nachmittag treffen wir am Ziel unserer Etappe in (San Jose) ein - dort soll es eine Fiat-Werkstatt geben, welche wir ausfindig machen müssen. Wie bei jeder Großstadtdurchfahrt mit Sucherei ist das wie ein Glücksspiel. Es dämmert schon, wir hatten schon bald aufgegeben, da sehen wir ein Fiat-Autohaus und beschließen, dieses am nächsten Morgen aufzusuchen, um evtl. die Adresse eine Werkstatt zu bekommen. Dann suchen wir noch ein Plätzchen für die Nacht und landen letztendlich in einem Wohnviertel. Trotz aller Verbarrikatisierung der Anwohner in ihren Häusern fühlen wir uns hier sicher. Wir haben noch in keiner Stadt soviel Stacheldraht und Stahlgitter um und an den Grundstücken gesehen wie hier.

16.08.2006 - Die Nacht war ruhig und angenehm kühl. Nach einem kräftigen Frühstück machen wir uns auf und suchen das Autohaus. Eine nette Senorita gibt uns nach einem langen Telefonat die Adresse einer Werkstatt und zeigt uns auch noch auf unserem Stadtplan, wo wir diese in etwa finden. Das klappt alles ganz gut, in der Werkstatt nimmt man sich unserer Sache an - holt per Telefon einen Dolmetscher zur Unterstützung und für den nächsten Tag wird die Reparatur vereinbart. Da alles so vertrauenswürdig erscheint, geht Uwe in die Vollen und gibt alles in Auftrag, was er so auf dem Herzen hat - Zahnriehmenwechsel, Bremsscheiben- und -belagewechsel und dazu noch veine abgebrochene Radschraube. Das kann teuer werden. Für die Zeit bis zum Morgen, suchen wir uns wieder ein etwas gehobeneres Stadtviertel aus. Hier sieht man natürlich keine Schwarzen - höchsten zum Gras hauen oder Fenster putzen. Die Anwesen können sich sehen lassen - sind, wie sollte es anders sein, natürlich auch wieder gut gesichert.

17.08.2006 - Wir bringen unser Auto zur Reparatur. Jetzt stellt sich heraus, daß man unseren Wunsch nach einem neuen Zahnriemen nicht verstanden hat und nur den Keilriemen wechseln will (deshalb auch der sehr mäßige Kostenvoranschlag von 100 $!).Uwe ist etwas enttäuscht und will auch auf den Keilriemen verzichten. Die Reparatur soll mindestens zwei Stunden dauern - also machen wir uns so lange aus dem Staube. Als wir wiederkommen, ist die abgebrochene Schraube immer noch drin (man sieht aber, daß man sich redlich gemüht hat). Außerdem ist man gerade dabei, den Zahnriemen zu wechseln (!). Die Reparatur zieht sich. Wir sitzen im Auto und registrieren die vielen vergeblichen Versuche, die Schraube herauszubekommen (in Deutschland hätten sie längst die ganze Nabe gewechselt). Nach ca. weiteren 5 Stunden ist unser Auto fertig: Die Schraube ist 'raus (man hat aber leider keine neue, denn Fiat Dukato Maxi gibt es hier nicht), der Zahnriemen und der Keilriemen samt Spannrollen neu und unsere (angelieferten) Bremsscheiben und -pads drin. Uwe rechnet mit mindestens 400 $ (nach deutschem Maßstab ist das noch viel zu wenig). Als wir die Rechnung erhalten, haut es uns um: 207 $ !!! Wir sind glücklich und bedanken uns überschwänglich. Der Meister ist es auch, weil wir wg. der fehlenden Schraube kein Theater machen. Das Bild stammt eigentlich vom 18., an dem wir vor der Weiterfahrt in einem Erholungspark von San Jose spazieren gegangen sind.

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Am 18.08.2006 (313. Reisetag):

Tacho:

Ort: Buenos Aires Stellplatz: Wohngbiet

Anfahrt: Panam - Ruta 2 in Rtg. Süden

Nach einer ruhigen und durchgeschlafenen Nacht - Uwes Sorge um das Auto ist erst einmal überstanden - suchen wir zunächst noch ein Internetcafe auf, dann geht es wieder auf die Panamerikana in Richtung Süden. Wie schon erwähnt, wollen wir noch den Panamakanal in Augenschein nehmen - es sind ja nur 750 km. Wir kommen noch bis zu dem kleinen Örtchen Buenos Aires und suchen ganz schön lange nach der richtigen Ecke für unsere Übernachtung - am Ende des Ortes in der Nähe der Schule ist es ganz angenehm und ruhig, dort bleiben wir.

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Am 19.08.2006 (314. Reisetag):

Tacho: 170.190 (Gesamtstrecke 35810 km bzw 393 km seit San Jose)

Ort: Golfito Stellplatz: Platz im Zentrum u. Golf

Anfahrt: Panamerikana - Ruta 2 bis Paso Real, rechts ab Ruta 14 bis Golfito

Weiter in Richtung Süden kommen wir in Paso Real zur Ruta 14 mit Reklameschildern, welche auf den Urlaubsort Golfito am "Golfo Dulce" - eine große Bucht am Pazifik - hinweisen. Schon befinden wir uns in Richtung Golfito. Was wir dort vorfinden entspricht zwar nicht dem, was wir uns vorstellten, aber es springt ein schöner Platz zum Relaxen für den Nachmittag am Wasser und ein angenehmer Stellplatz für die kommende Nacht heraus. Na - das ist doch schon etwas. Reichlich bestaunt werden wir von den Einheimischen.

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Am 20.08.2006 (315. Reisetag): Bild PA-06-08-20

Tacho:

Ort: Penonome Stellplatz: P Chinarestaurant/Panam

Anfahrt: Rute 2/Costa Rica - Rute 1/Panama

Beeilung am Morgen lohnt sich, dann wird der Grenzübergang wohl schneller sein. Schon zeitig kommen wir zum Grenzposten. Die Ausreise aus Costa Rica geht schnell und problemlos und die Angelegenheit der Einreise in Panama übernimmt sofort ein fleißiger Helfer - man kann dem gar nicht ausweichen - dafür geht es sehr flott, wofür man am Ende gern ein kleines Honorar bezahlt. Beide Übergänge dauerten keine Stunde und wir befinden uns auf dem Hayway von Panama - eine gut ausgebaute vierspurige Panamerikana. Die typisch tropische Landschaft ist leider nicht mehr so toll - die Menschen sind in der Mehrzahl Schwarze (Bild - das ist die Familie eines deutschen Rentners und der kleine Mischling ist zur Hälfte Deutscher), alle sehr freundlich - die Exoten sind hier zweifellos wir mit unserem Mobil. Zur Übernachtung bleibt uns nur ein Parkplatz an einem Chinarestaurant, von dem wir uns gleich das Abendessen holen - mal ganz praktisch und bequem. Uwe freut sich - muß sich heute nicht mehr an den Herd stellen.

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Vom 21.08.2006 bis 22.08.2006 (316. bis 317. Reisetag): Bild PA-06-08-22

Tacho: 170.849 (Gesamtstrecke 36469 km bzw 659 km seit Golfito)

Ort: Portobelo Stellplatz: P am Wasser b. Portob.

Anfahrt: Panam bis zum Kanal, nach der Brücke in Rtg. Colon, vorher rechts ab nach s.o.

Portobelo wird vom Reiseführer als Attraktion empfohlen, wir erhoffen uns wieder einmal einen schönen Stellplatz. Es geht zunächst bis zum Kanal, dann weiter in Richtung Colon, von dem Kanal ist leider nicht viel zu sehen. So verschieben wir die Besichtigung auf später und kommen noch bis Portobelo und finden auch einen ganz netten Platz - ein P direkt am Wasser. Hier richten wir uns für einige Tage ein.

22.08.2006 - Uwe erledigt seine Aktivitäten am PC, für micht bleibt nur Hausfrauenarbeit wie Putzen und Brotbacken. Ansonsten werden die wenigen Sonnenstrahlen zum Relaxen genutzt, denn die Regenzeit macht sich alle Ehre. Am späten Nachmittag gibt es ein großes Hallo - nach Peru treffen wir zum ersten Mal wieder auf Deutsche. Ein VW-Bus mit 5 jungen Leuten aus Cottbus und 1 Hund (Bild) treffen ein. Sie kommen aus dem Norden und ihr Ziel ist, wie sollte es anders sein - Feuerland. Viele Erfahrungen werden ausgetauscht, denn jeder kann vom anderen profitieren.

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Am 23.08.2006 (318. Reisetag): Bild PA-06-08-23

Tacho: 170.992 (Gesamtstrecke 36612 km bzw 143 km seit Portobelo)

Ort: Gamboa Stellplatz: am Kanal i.Ort

Anfahrt: von Colon nach Paraiso rechts abbiegen - nicht auf die Autobahn

Früh werden noch Adressen ausgetauscht und nach einem Schnappschuß für unser Tagebuch und unserem Eintrag in ihr Reisebuch verabschieden wir uns von unseren Landsleuten, fahren zunächst noch ein Stück weiter in Richtung Westen, kommen so bis zur Fähre , welche zur "Isla Grande" übersetzt - dort soll es tolle Strände geben, aber leider Alles nichts für Leute mit unserem Mobil. So kehren wir um. Die Fahrt ist schwühl und naß vom Schweiß - so geht es zurück bis Gamboa. Dies ist ein kleines Städtchen direkt am Panamakanal - man kann hier schön stehen mit unserem Auto und beobachten, wie die riesigen Kontainerschiffe (Bild) durch den Kanal ziehen. Ein richtiges Tropengewitter entlädt sich inzwischen über unseren Köpfen - ist auch nicht zu verachten - aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.

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Am 24.08.2006 (319. Reisetag): Bild PA-06-08-24

Tacho: 171.131 (Gesamtstrecke 36751 km bzw 139 km seit Gamboa)

Ort: San Jose Stellplatz: Wohngebiet

Anfahrt: Panamericana i. Rtg. Costa Rica

Entlang des Kanales versuchen wir, etwas von dem Schiffs- und Schleusenverkehr mitzubekommen. Es ist schon ganz interessant, wie die großen Pötte in die Schleuse steuern. Containerschiffe-, Ro-Ro-Schiffe, Tanker u.a. sind zu sehen. Am Südende des Kanales jenseits der großen Brücke, welche die beiden amerikanischen Subkontinente "zusammenhält" - die Puente de los Amerikas (Bild) - besuchen wir noch die Isla Nao, man erreicht diese über einen großen Damm. Von der Insel kann man die Skyline von Panama-City bewundern. Dort verbringen wir einige Stunden ehe wir die Rückfahrt antreten. Wir erreichen wieder das Städtchen San Jose, wo wir einen Besuch des großen Supermarktes für den nächsten Tag anstreben. Am Abend klopft es an unserem Mobil - ein deutscher Renter heißt uns willkommen und wir plaudern lange über die und das und über das Leben der Rentner außerhalb Deutschlands. Er meint, die Nase voll von D zu haben - doch eine kleines Hintertürchen läßt sich jedoch fast jeder offen.

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Am 25.08.2006 (320. Reisetag):

Tacho: 171.434 (Gesamtstrecke 37054 km bzw 303 km seit San Jose)

Ort: San Felix Stellplatz: bei Polizeiposten/Bank

Anfahrt: Panamarikana - bei San Felix rechts in den Ort fahren bis zum Zentrum

Wie schon auf der Hinfahrt zum Panamakanal fallen uns in der ländlichen Gegend wieder die traditionell gekleideten Frauen und Mädchen der indianischen Bevölkerungsgruppe auf. Sie tragen sehr farbige lange Kleider, welche an allen Kanten reichlich mit bunten Bordüren abgesetzt sind. Seit Ecuador sehen wir dies zum ersten Mal wieder. Ansonsten geht die Fahrt entlang von Ananasfeldern und vielen Bananenstauden. Bizarre Blüten überall wo man hinschaut.

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Am 26.08.2006 (321. Reisetag):

Tacho: 171.726 (Gesamtstrecke 37346 km bzw 292 km seit San Felix)

Ort: Buenos Aires Stellplatz: im Wohngebiet/Ortsende

Anfahrt: Panamericana - bei Ort rechts ab und durch die Stadt bis zum anderen Ende

Der Grenzübergang heut ist weniger spektakulär, es läuft ganz reibungslos und schnell. Beim nächsten großen Supermarkt erledigen wir einige Einkäufe und gelangen noch rechtzeitig vor der Dunkelheit zu unserem schon bekannten Stellplatz in Buenos Aires - die Anwohner begrüßen uns schon freundlich - man erkennt uns wieder, denn vor etwa einer Woche waren wir schon einmal hier zu Gast.

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Am 27.08.2006 (322. Reisetag):

Tacho:

Ort: Rios Stellplatz: an Flußmündung i. Ort

Anfahrt: Panam bis San Isidre, dann links ab i.Rtg. Dominical zur Küste, dort auf die Ruta 34

Weiter geht es vorläufig auf der Panam bis San Isidre, dort ändern wir unsere Richtung und biegen ab zur Küste. Die Pazifikküste mit ihren schönen Stränden ist unser Ziel. Dort beabsichtigen wir, noch ein paar schöne Tage zu verbringen. Die Suche nach dem legendären Playa Hermosa stellt sich jedoch vorläufig als Fehlschlag heraus. Mit unserem Mobil ist dort nichts zu machen, man kommt nur über schmale schlammige Pfade zum Strand. So erledigen wir in Dominical wichtige Anliegen im Internetcafe, dann gehen wir erneut auf Suche nach einem schönen Stellplatz am Strand. Von Dominical fahren wir auf der Ruta 34, die hier erst einmal zur Piste wird, wieder in Richtung Norden bis Quepos - dort gefällt es uns auch nicht. So landen wir am Abend in Rio, es wird bald dunkel, der Platz für die Nacht muß gefunden sein. Ein Schild "Centro Touristiko" weckt Hoffnungen und bewegt uns dazu, einmal in den kleinen Ort hineinzufahren. Wir finden hier zwar nur am Ende der Straße nur eine geschlossene Gaststätte mit diesem Namen - aber daneben einen schönen und ruhigen Stellplatz für die Nacht an einer breiten Flußmündung.

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Vom 28.08.2006 bis 29.08.2006 (323. bis 324. Reisetag): Bild PA-06-08-29

Tacho: 171.975 (Gesamtstrecke 37595 km bzw 249 km seit Buenos Aires)

Ort: Bejuco Stellplatz: Strand

Anfahrt: Ruta 34 - Küstenstraße, links ab zum Playa

Die Suche nach dem Platz am Strand haben wir noch nicht aufgegeben - entlang unserer Straße nach Norden gibt es noch einige Strände, diese werden wir noch aufsuchen. Gleich beim ersten Hinweis zum Strand biegen wir ab und fast ein Volltreffer.. Wieder ein Plätzchen unter Kokospalmen (Bild) und vor uns ein breiter und langer Sandstrand. Es ist noch früh am Morgen, noch viel Zeit für Unternehmungen und schönes Wetter. Ich nutze die Zeit zum Wäschewaschen, die eingeweichte Wäsche rumpelt schon viele Kilometer im großen Kanister mit über die Piste, muß also bald auf die Leine. Brotbacken ist auch schon wieder erforderlich - doch Zeit zum Baden und Relaxen bleibt noch genügend - auch noch am nächsten Tag.

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Am 30.08.2006 (325. Reisetag):

Tacho: 172.139 (Gesamtstrecke 37759 km bzw 164 km seit Bejuco)

Ort: Los Angeles Stellplatz: neben einer Sportstätte

Anfahrt: Ruta 1 von San Jose nach Punta Arenas, bei San Ramon rechts abbiegen Ruta 142

Wir sehnen uns nach etwas Kühle und rechnen damit in den Bergen. So brechen wir auf und nehmen Kurs auf den See Arenal und dem daneben liegenden Vulkan Arenal. Er soll noch heute aktiv sein. An einer Tankstelle lassen wir unsere Gasflasche auffüllen und saugen uns mit Wasser voll. Es wird eine angenehme Fahrt. In dem kleinen Örtchen Los Angeles finden wir einen guten Platz für die Nacht.

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Am 31.08.2006 (326. Reisetag): Bild PA-06-08-31

Tacho:

Ort: Vulcan Arenal Stellplatz: ggü. Ho. Montana de Fuego

Anfahrt: Ruta 142 über La Fortuna weiter in Richtung See Arenal - P gegenüber Hotel Montana de Fuego (rechts an der

Str.)

Tatsächlich spüren wir, daß die drückende Tropenhitze etwas nachläßt je weiter wir uns nach oben bewegen. Im Städtchen La Fortuna finden wir eine Touristinformation mit Internet - fein für uns, beides können wir gebrauchen. Viel erfahren wir zwar nicht, Prospektmaterial ist auch sehr rar, aber wir können wenigstens noch unsere wichtigen Mails absetzen. Dann begeben wir uns zur Umfahrung des großen Vulkanes bis hin zum Eingang in den dazugehörigen Nationalparkes. Wir stellen fest, daß man, vorausgesetzt -die Wolken (Bild) lassen ihn 'mal frei, den schwarzen Vulkankegel schön sehen kann und auch ab und zu ein Rauchfähnchen und werden ein bißchen mistrauisch, womöglich stimmt das mit dem "aktiv sein" gar nicht. Touristisch erschlossen ist zwar dieses Gebiet sehr - ein Hotel, eine Touristenunterkunft reiht sich an die nächste - und Alles vom Feinsten. Wir wollen den Abend abwarten, für die Nacht wird das Spektakel in den Prospekten versprochen. Für den Rest des Tages suchen wir uns einen schönen Platz am See und bei Einbruch der Dämmerung geht es zurück zum Fuße des Vulkanes. Wir stellen uns so auf, daß man direkt vom Bett aus den Vulkankegel sehen kann - wie im Autokino - nur wir können sogar zwischendurch mal ein Nickerchen machen. Wir wollten es nicht glauben, doch bei Nacht sieht man, wie der Berg sozusagen Feuer speit und die glühenden Lavabrocken am Hang herunterrollen - ist schon ganz imposant. Es wird eine unruhige Nacht - gegenseitig müssen wir uns immer wieder wach rütteln.

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Am 01.09.2006 (327. Reisetag):

Tacho: 172.498 (Gesamtstrecke 38118 km bzw 359 km seit Los Angeles)

Ort: Filadelfia Stellplatz: im Wohngebiet

Anfahrt: R 142, R 1in Rtg. Norden, R 21 in Rtg. Süden

Wir umfahren heute die Nord- und Westseite des größten Binnensees von Costa Rica, um wieder zum Pazifik zu gelangen. Unterwegs besuchen wir eine deutsche Bäckerei, welche viel Reklame unterwegs macht, kaufen ein sehr mittelmäßiges 2-Pfundbrot und 6 Hutzeln (sächsisch für mickrige Brötchen) und eine Rosinenschnecke für 4,50 - keine Alternative für unsere WoMo-Hausbäckerei. Es sollte auch Bratwurst mit Sauerkraut geben - darauf haben wir lieber verzichtet. Über Liberia auf der Panam geht es hin zur Küste. Lt. Reiseführer, gibt es einsame Strände bei Playa Hermosa und Playa Coco. Mit viel Erwartung fahren wir direkt dorthin, denn bevor wir uns wieder in unbekannte Länder begeben, wollen wir am Meer noch ein paar Tage relaxen. Wir werden enttäuscht, dieser Küstenstreifen ist voll in Hand von Geldleuten, alles ist abgezäunt, kaum ein bißchen offener Strand; bzw.Coco mutet etwas ballermannmäßig an. Enttäuscht ziehen wir ab und es geht erst einmal wieder zurück zur Ruta 21 , der Abend naht und wir brauchen ein Nachtquartier. Schon ein bißchen in Richtung anderer Strände hin zielend finden wir in Filadelfia einen Stellplatz für eine ruhige Nacht.

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Vom 02.09.2006 bis 05.09.2006 (328. bis 331. Reisetag): Bild PA-06-09-03

Tacho: 172.556 (Gesamtstrecke 38176 km bzw 58 km seit Filadelfia)

Ort: Playa Junquillal Stellplatz: am Strand

Anfahrt: Rute 21 in Richtung Süden bis Santa Cruz, dort rechts abbiegen zu den Playas

Ein letzter Versuch, der Küste noch etwas abzuringen. Weiter geht es auf der Ruta 21 in Richtung Süden bis zum Städtchen Santa Cruz, dann rechts ab zu Küste. Der dort vorgelagerte Küstenstreifen ist nicht so sehr zerklüftet, mit weniger Buchten und weniger Gebirge davor. Das verspricht, langgezogene Strände. Wir entscheiden uns für den Playa Junquillal, welchen wir direkt ansteuern. Es hat sich gelohnt. Ein etwa 4 km langer und breiter sehr sauberer Sandstrand, wochentags sind kaum Strandgäste hier. Es läßt sich ganz gut baden in dem sehr warmen Wasser und ich kann meiner Muschel-Sammlerleidenschaft fröhnen. Ein neues Brötchenbackrezept probiere ich aus, denn einen Bäcker gibt es hier weit und breit nicht. Leider ist der Test nicht besonders ausgefallen - es sind eher marokkanische Fladenbrote geworden. Aber auch die werden gegessen. Nun bleiben wir hier so lange, bis uns die Hitze und die lange Weile zu viel wird.

Vom 06.09.2006 bis 08.09.2006 (332. bis 334. Reisetag): Bild PA-06-09-07

Tacho:

Ort: Playa Junquillal Stellplatz: am Strand

Anfahrt:

Wir wechseln am gleichen Strand noch einmal den Standplatz, denn für endgültig wollen wir die Pazifikküste von Costa Rica noch nicht verlassen. Wir suchen uns ein etwas schattigeres Plätzchen. Noch beim Einrangieren treffen wir auf eine junge deutsche Familie. Da ich mich, froh wieder einmal deutsche Laute zu hören, gleich mit den Ankömmlingen unterhalte und meine Einweispflichten vergesse, fährt Uwe mit der Oberkante des Autos gegen einen starken Ast und einen weitere Schandfleck ziehrt unser Vehiculo. Uwe ist nicht sehr erbaut, auch meine Reue ändert nichts daran - es ist nicht mehr zu ändern - es wird wohl nicht der letzte Schaden sein. Wie sich beim Plaudern herausstellt, haben Birgit und Torsten Becker mit ihren zwei Mädchen Hannah und Lea aus Ostfildern schon jetzt schon ihr Grundstück für die alten Tage hier gesichert. Leider wird die Gegend hier in vielleicht 10-15 Jahren nicht mehr so schön ruhig sein, da die Amerikaner das Land langsam in Besitz nehmen. Wir genießen noch für ein paar Tage die Einsamkeit, das schöne Wasser und den langen Strand mit ausgedehnten Spaziergängen (Bild).

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Am 09.09.2006 (335. Reisetag):

Tacho: 172.702

Ort: Liberia Stellplatz: Wohngebiet

Anfahrt: Ruta 21

Nun treibt es uns weiter. Zunächst müssen wir in Liberia eine Reifenwerkstatt finden, denn bei einem unserer Reifen hat sich schon lange die Lauffläche vom Gürtel gelöst, daß es nun doch langsam gefährlich wird - große Flächen sind schon ohne Gummi. In Deutschland wäre das schon längst fällig gewesen. Der Reifenwechsel ist in einer halben Stunde erledigt und kostet uns 2000 Colones (etwa 3 Euro) ordentliche Arbeit meint Uwe - wir sind zufrieden. Wir erledigen noch so Einiges in der Stadt- für Diesel, Gas und Wasser muß vorgesorgt werden und für ein Internetcafebesuch ist auch noch Zeit. Am Abend gibt es wieder einmal frisches Fleisch - Uwe bereitet uns ein typisch deutsches Essen zu - Steak mit viel Blumenkohl, holländischer Sose und Salzkartoffeln. Wir glauben, in Deutschland werden wir gutes auf der Weide produziertes Fleisch ganz schön vermissen. Wir lassen es uns schmecken.

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Am 10.09.2006 (336. Reisetag):

Tacho: 172.795

Ort: La Cruz Stellplatz: Wohngebiet

Anfahrt: Ruta 1 - (Pan Amerikana)

Weiter geht es in Richtung Nicaragua - wir wollen weit bis zur Grenze kommen, um morgen recht zeitig am Grenzübergang eintreffen zu können. Die Landschaft verliert nach und nach etwas an ihrer Exotik - es erinnert uns mehr und mehr an Südeuropa. Langsam läßt auch die drückende Hitze etwas nach - wir kommen etwas in höhere Regionen - aber wirklich nur wenige 100 Höhenmeter. Am späten Nachmittag erreichen wir das kleine Örtchen La Cruz, etwa 20 km vor der Grenze. Ein Internetbesuch ist nochmals wichtig - leider ist das eine Internetcafe am Sonntag geschlossen, so muß dies noch morgen früh erledigt werden. Wir fahren mehrmals die Straßen der Ortschaft ab, um endlich einen einigermaßen annehmbaren Platz für die Nacht zu finden. Was werden die staunenden, aber trotzdem freundlich Einwohner wohl denken - immer wieder kommen wir bei ihnen vorbei.

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